Willkommen liebe Musikfreunde!
Der Freundeskreis der Musiktage Feldafing heißt Sie herzlich willkommen!
Seit 2013 finden die Musiktage Feldafing mit über 35 Konzerten in der ehrwürdigen Kirche St. Peter und Paul Feldafing statt.
Die 600 Jahre alte Kirche mit ihrer neuromanischen Ausgestaltung war Inspiration für die Idee, diesen stimmungsvollen Kirchenbau für die Veranstaltung von Konzerten zu nutzen.
Die Intimität des Raumes fesselt, die Akustik ist hervorragend, die Qualität der Konzerte außerordentlich – Anlass genug für den Bayerischen Rundfunk zum wiederholten Male die Konzerte aufzuzeichnen.
Wir hoffen sehr, dass Sie Zeit finden, nach Feldafing zu kommen, um die Konzerte und die wunderbare Landschaft zu genießen!
Künstlerische Leitung
Bisher fanden 35 Konzerte statt, wobei dankenswerterweise der international sehr geschätzte Kit Armstrong größtenteils den pianistischen Part übernahm. Franziska Hölscher und Kit Armstrong engagieren sich seit vielen Jahren als künstlerische Leiter. Dafür bedanken wir uns sehr.

Kit Armstrong
Kit Armstrong zählt zu den bekanntesten jungen Pianisten und Komponisten.
Sein breit gefächertes Repertoire von der Zeit des Frühbarock bis in die Gegenwart und sein Interesse an verschiedensten kammermusikalischen Besetzungen bringen es mit sich, dass er die unterschiedlichen Tasteninstrumente wie Cembalo, Hammerklavier, Orgel und natürlich Klavier spielt.
Mehrfach war er bei Musikfestivals Artist-in-Residence, so in Bern, Brüssel, Mecklenburg-Vorpommern, Winterthur, Würzburg und Kiel. 2018 erhielt er den Beethoven-Ring der Stadt Bonn.
Eine CD mit Werken von John Bull und William Byrd erschien 2021 bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft. Demnächst ist die Veröffentlichung einer Gesamteinspielung der Sonaten für Klavier und Violine von Mozart mit dem Geiger Renaud Capuçon geplant. Kit Armstrong hat bereits als Kind begonnen zu komponieren. Mittlerweile sind mehrere Kammermusik- und Orchesterwerke erschienen, die mehrfach mit großem Erfolg aufgeführt wurden und von der Edition-Peters verlegt werden.

Franziska Hölscher
Die Geigerin Franziska Hölscher ist eine der vielseitigsten Musikerinnen der jungen Generation. Sie war und ist als Solistin, Kammermusikerin und Festivalleiterin Gast in der Berliner Philharmonie und dem Konzerthaus Berlin, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Concertgebouw Amsterdam, dem Palais des Beaux-Arts Brüssel und in der Suntory Hall Tokyo.
Seit ihrem Debüt mit Martha Argerich gehören Kit Armstrong, Martin Helmchen, Severin von Eckardstein, Nils Mönkemeyer und Maximilian Hornung zu ihren Partnern.
Mit Roger Willemsen entwickelte sie das Bühnenprogramm „Landschaften“, das sie kürzlich mit der Schauspielerin Maria Schrader und der Pianistin Marianna Shirinyan eingespielt hat.
In ihren dramaturgisch durchdachten Konzertprogrammen verbindet Hölscher Werke des Barock und des klassisch-romantischen Repertoires mit Musik der Gegenwart, so auch auf ihrer vielfach ausgezeichneten CD „SEQUENZA“. 2018 spielte sie bei den Movimentos Festwochen die Uraufführung des Concertinos für Violine und Streicher von Wolfgang Rihm. Franziska Hölscher ist künstlerische Leiterin des Fränkischen Sommers.
Spielort
Kirche St. Peter und Paul Feldafing
Dank der Großzügigkeit der katholischen Kirchengemeinde Feldafing finden die Musiktage Feldafing regelmäßig in der alten Kirche St. Peter und Paul statt, mitten im Dorf am Marktplatz.
Für die Musiktage Feldafing mit ihrem Schwerpunkt auf Kammermusik ist der Kirchenraum von St. Peter und Paul ein Glücksfall. Sowohl seine Größe wie die akustischen Bedingungen passen wunderbar zum intimen Musizieren und Zuhören in kleinem Kreis, genauso wie Ernst und Würde der geschichtsträchtigen Mauern.
Wenn man weiß, dass das Gestühl noch aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt, wird man dessen hölzerne Härte, die man beim Sitzen verspürt, über dem Wohlklang der Stimmen und Instrumente leicht verschmerzen!
Bereits im Jahr 1401 wurde die Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Sie hat seitdem ein äußerst wechselvolles Schicksal erfahren. Mehrmals wurde sie nach Großbränden und Zerstörung wieder aufgebaut, jeweils vergrößert und umgestaltet. Sogar dem Damoklesschwert des Abrisses ist die Kirche dank Protesten und Engagement der Bevölkerung in den 70-er Jahren des vorigen Jahrhunderts entgangen. Nach Leerstand, Profanisierung und Einsturzgefahr wurde St. Peter und Paul 1976 unter Denkmalschutz gestellt, sorgfältig renoviert und 1986 wieder geweiht. Die Kirche erhielt 1997 eine neue Orgel und erfreut sich einer lebendigen kirchlichen und säkularen Nutzung.
Betritt man den Innenraum, so überrascht die neuromanische Gestaltung im Stil einer orthodoxen Kirche mit dem Pantokrator und blauem Sternenhimmel. Diese ungewöhnliche, sehr einheitliche historisierende Innenausstattung wurde in den Jahren 1895 bis 1898 geschaffen. Sie bildet die optische Ergänzung zum Erleben der Musik. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die beiden Fenster an der Nordseite. Sie sind sehenswerte Zeugen der Geschichte Feldafings: während Kaiser Franz Joseph I. mit der Darstellung der heiligen Elisabeth von Thüringen seiner Gattin Kaiserin Elisabeth, der „Sisi“, huldigt, ehrt Fürst Albert von Thurn und Taxis das Gedenken an seine Mutter Helene – Schwester der Kaiserin Elisabeth – mit einem Bild der Kaiserin Helena, die nach der Legende das Kreuz von Jesus Christus fand.
Beim Verlassen der Kirche sollte man einen Blick auf die Rosette, das Cäcilien-Fenster, hinter der Orgelempore werfen. In verklärender Romantik im Sinne des Historismus sind musizierende Engel dargestellt – wie ein Hinweis auf die Musiktage Feldafing, zunächst jedoch in Erinnerung an die Schutzpatronin der Kirchenmusik, der Cäcilia von Rom.
Chronik der Kirche St. Peter und Paul
1395
Das Gotteshaus zu Feldafing erwirbt das „Mesner-Gütl“ in Aschering, in der Kaufurkunde ist von „Sankt Peter“ die Rede. Möglicherweise existierte die Kirche also schon zu diesem Zeitpunkt.
1401
Erste urkundliche Erwähnung der Kirche anlässlich der Weihe der Kirche durch den Augsburger Bischof Burkard am 6. Februar 1401. Gleichzeitig wurde ein Ablass verliehen u.a. für Gläubige, die sich finanziell am Unterhalt der Kirche beteiligten. Als Patronus primarius (Hauptpatron) wurde damals der Hl. Michael erwählt, als Patroni secundi die Apostel Petrus und Paulus.
1508
Eine Urkunde bezeugt, dass am 3. April 1508 durch Bischof Heinrich IV der Chorbau geweiht wurde. Warum dies ca. 100 Jahre nach der Weihe erforderlich wurde, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Möglicherweise sind ein Brand oder sonstige Bauschäden die Ursache. Auch hier wurde ein Ablass unter ähnlichen Bedingungen wie 1401 gewährt.
1595 – 1834
Während dieser Zeit diente die Kirche als Grablege für Hofmarksherrschaften aus Garatshausen. Insgesamt 8 Epitaphen (Grabplatten) der Familien Weiler, von Schrenkh, Vieregg und de la Rosée sind rund um die Chorwand angeordnet.
1632
Während des 30jährigen Krieges wird das Pfarrhaus und wahrscheinlich auch die Kirche von schwedischen Soldaten geplündert und weitgehend zerstört. Wertvolle Kunstgegenstände und auch die Matrikelbücher gehen verloren.
1795
Bei einem Brand, über den es keine genauen Aufzeichnungen gibt, wird die Kirche beschädigt.
1833
Der durch die Zerstörungen der Vergangenheit baufällige Turm kann durch eine Spende des damaligen Regenten, König Ludwig I, der sich zu einer Landpartie in Feldafing aufhielt, erneuert werden. Der Turm erhielt aber, wahrscheinlich aus Kostengründen, nur ein Flachdach.
1838
Ein neuer Hochaltar wird eingeweiht, ab diesem Zeitpunkt hängt auch das große Altarbild an der Ostwand des Chores.
1860
Die Apostel Petrus und Paulus werden zu Hauptpatronen der Kirche, sie heißt nun offiziell „Peter und Paul“.
1873
Die Apostel Petrus und Paulus werden zu Hauptpatronen der Kirche, sie heißt nun offiziell „Peter und Paul“.
1875
Vier neue Glocken (deren Klang von Zeitgenossen sehr gelobt wurde) werden gegossen und aufgehängt.
1879
Ein neuer Hochaltar (wie er noch heute zu sehen ist) wird geweiht. Das Altarbild wird abgehängt, da es durch den Altaraufbau weitgehend verdeckt gewesen wäre.
1890
Der Turm wird erneuert und nach einem Plan des Feldafinger Baumeisters Johann Biersack mit einer Spitzhaube versehen, erhält also seine heutige Form.
1895 / 96
Die Kirche wird für die wachsende Bevölkerung Feldafings zu klein und daher – ebenfalls unter der Leitung von Johann Biersack – nach Westen erweitert. Sie hat damit die heutige Größe. Es entstehen die beiden seitlichen Eingänge und der halbrunde Anbau an der Westseite, der eine Lourdes-Grotte beherbergt.
1898 / 99
Die Kirche erhält eine neue Wand- und Deckenmalerei, wie sie auch heute zu sehen ist. Ausführung durch die Kunstwerkstatt Franz Hofmann und Söhne aus München.
1899 – 1902
Es werden insgesamt acht Glasmalereifenster eingesetzt. Sie sind Stiftungen von Kaiser Franz Joseph I von Österreich, Fürst Albert v. Thurn und Taxis, und von Feldafinger Familien.
1913
Anschaffung einer neuen Orgel.
1916
1. Weltkrieg: Es mussten drei Glocken zum Einschmelzen für Waffenproduktion abgegeben werden.
1919
Drei neue Glocken werden wieder eingesetzt.
1922
Es entsteht das Außenfresko an der Ostwand zum Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges. Maler: Julius Mössel.
1960er
Ein trauriges Kapitel der Geschichte von Peter und Paul soll hier nicht verschwiegen werden: Während der Amtszeit des Pfarrers Oehler kam es in den Räumen der Kirche offenbar zu schweren Mißhandlungen von Kindern, die im nahegelegenen Kinderheim lebten. Im Jahr 2021 gingen einige der Betroffenen an die Öffentlichkeit, sodass diese schrecklichen Vorkommnisse bekannt wurden. Nachforschungen, die das Bistum Augsburg anstellen ließ, ließen – aufgrund der langen Zeit und somit auch fehlender Zeitzeugen – kein klares Bild der damaligen Geschehnisse mehr gewinnen.
1965
Mit der Weihe der neuen Pfarrkirche Heiligkreuz verliert Peter und Paul seine Bedeutung als Pfarrkirche und verfällt zusehends. Die wertvollen Glasfenster werden teilweise zerstört. Von der Orgel werden einige Register entfernt und in die bestehende Orgel von Heiligkreuz eingebaut.
1973
Die Kirche wird exsekriert und soll abgerissen werden, da die Diözese Augsburg sich außer Stande sah, die Kirche weiter zu erhalten. Der Initiativ das damaligen Bürgermeisters Klaus Buchheim und anderer engagierter Feldafinger Bürger ist es zu verdanken, dass der Abriss in letzter Minute verhindert wurde.
1976
Die Kirche wird unter Denkmalschutz gestellt und in den folgenden Jahren Zug um Zug restauriert. Die südliche Sakristei wird abgerissen. (Das Turmvorzimmer im Norden dient als neue Sakristei.) Die noch erhaltenen Glasfenster, deren Reste in der Mayer’schen Hofkunstanstalt in München lagerten, werden restauriert und wieder eingesetzt.
1986
Nach Beendigung der Umbau- und Restaurierungsarbeiten wird am Patroziniumstag 29.6. die Kirche neu geweiht.
1997
Auf Betreiben und mit großzügiger Unterstützung des damaligen Kirchenmusikers Prof. Harald Feller wird von der Firma Slajch (Tschechien) eine neue Orgel eingebaut und am Patroziniumstag (29.6.) geweiht.
2001
Zur 600-jährigen Weihejubiläum erhält die Kirche drei neue Glocken, die vom damaligen Benediktiner-Abtprimas Notger Wolf feierlich eingeweiht werden.
seit 2023
Die Kirche wird heute für Taufen, Hochzeiten und Werktagsmessen regelmäßig genutzt. Jeden Sommer finden hier hochwertige Konzerte im Rahmen der Feldafinger Musiktage statt.
Für die Zusammenstellung dieser Chronik danken wir herzlich Herrn Harald Strassner.
Kistler, Ferdinand: Heimatbuch für Feldafing, Hrsg. Gem. Feldafing 2010
Schober, Gerhard: Denkmäler in Bayern – Landkreis Starnberg, 1989
Dr. Rank, Gertrud: Erfassung Alte Pfarrkirche Peter und Paul, 2010/11
von Hunoltstein, Udo: Kirche St. Peter und Paul Feldafing und der Feudalismus, (im Selbstverlag)
Schrödl, Franz: Handschriftliche Aufzeichnungen zur Kirchengeschichte und zu den selbst durchgeführten Ausgrabungen




